„Jede einheimische und erneuerbare Kilowattstunde zählt!“

Das Initiativkomitee hat entschieden, die Unterschriftensammlung zur Initiative «Jede einheimische und erneuerbare Kilowattstunde zählt!» abzubrechen. Um das Ziel von 100’000 Unterschriften zu erreichen, wäre der Einbezug zusätzlicher Kräfte und Mittel erforderlich gewesen. Diese Unterstützung ist mit dem deutlichen Volks-«Ja» zum Stromgesetz nicht mehr zu gewinnen, da bei den meisten Akteuren der dazu erforderliche Handlungsdruck fehlt.

Das Initiativkomitee beabsichtigte mit der Volksinitiative, die Nutzung der Potenziale erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz in der Bundesverfassung zu verankern. Schon bei der Lancierung der Volksinitiative war für das Initiativkomitee klar, dass für eine erfolgreiche Einreichung die Unterstützung weiterer Organisationen erforderlich ist. Diese kam – trotz vieler Sympathien für das Anliegen – nicht genügend zustande. Unter anderem auch deshalb, weil viele energiepolitische Anliegen bereits im parlamentarischen Prozess berücksichtigt wurden, oder weil während der Vorbereitung zur Abstimmung vom 9. Juni die Kräfte auf die “Ja”-Kampagne gebündelt wurden.

Die Volksinitiative hat trotzdem eine wichtige Funktion erfüllt: Sie hat bei den Verhandlungen im Parlament Grenzen aufgezeigt und eine Unzufriedenheit auf Seiten der Befürworter von erneuerbaren Energien zum Ausdruck bringen können. Beides dürfte im politischen Prozess zur Kompromissfindung beigetragen haben. Es gelang ihr hingegen nicht, mittels Verankerung in der Verfassung konsistentere und resilientere Rahmenbedingungen zu schaffen und so die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende langfristig abzusichern.

Wir danken bei dieser Gelegenheit allen Unterstützenden für das grosse Vertrauen! Mit ihrem Engagement haben sie aktiv zu besseren Rahmenbedingungen für die Förderung der Erneuerbaren Energien und im Speziellen der Kleinwasserkraft und deren unabhängigen Produzenten beigetragen.

Quelle: Medienmitteilung Initiativkomitee „Jede einheimische und erneuerbare Kilowattstunde zählt!“,
https://www.jede-kwh-zaehlt.ch/preview.php/de/blog/volksinitiative-jede-einheimische-und-erneuerbare-kilowatt-stunde-zaehlt

aeesuisse Kongress 2024 – 27. und 28. August in Pratteln

Der neunte nationale aeesuisse Kongress unter dem Motto «Die Wende auf dem Weg!» findet am 27. und 28. August 2024 im Haus der Wirtschaft in Pratteln (Basel) statt. Es erwarten Sie zwei Tage voller inspirierender Inputs, Vorträge und Diskussionen – mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Am Speichersymposium des ersten Tags wird unter dem Titel «Wärme und Strom: Speichern für die Wende» die Rolle und Anforderungen von Energiespeichern für die Energiewende diskutiert. Ein Fokus liegt ausserdem auf dem Potenzial von E-Fahrzeugen als systemdienliche Speicherlösungen (Vehicle-to-Grid).

Der aeesuisse Kongress am zweiten Tag startet mit der Preisverleihung an den oder die Energiewendemacher:in 2024 für das innovativste Energieprojekt.  Anschliessend zeigen Expert:innen den aktuellen Stand der Energiewende in der Schweiz und Europa und sie diskutieren gemeinsam die Rolle der Schweiz in Europa aus unterschiedlicher Perspektive. Stärken Sie sich bei einem gediegenen Stehlunch, knüpfen Sie Kontakte und tauschen Sie sich mit den Kongressteilnehmer:innen aus.

Am Nachmittag diskutieren wir Polit-Talk das bisher Erreichte und gehen der Frage auf den Grund «Ist die Wende tatsächlich auf dem Weg?». Sie können in lockerer Atmosphäre Ihr Netzwerk ausbauen und den Tag mit persönlichen Gesprächen ausklingen lassen.

Hier geht es zum vollständigen Programm: https://aee-kongress.ch/

 

Anwenderforum Kleinwasserkraft 2024

Vom 18.-19. September 2024 findet das Anwenderforum Kleinwasserkraft in der Hochschule Kempten statt. Im Mittelpunkt des Programms stehen in diesem Jahr innovative technische Lösungen, Energiegemeinschaften im Ländervergleich, Netzeinbindung und Vermarktung, sowie Betriebserfahrungen in den Ländern des deutschsprachigen Alpenraums. Durch ein attraktives Rahmenprogramm stellt das Anwenderforum neben der Wissensvermittlung auch traditionell die engere Vernetzung der Branche sicher.

Aus der Praxis für die Praxis im deutschsprachigen Alpenraum

Das Anwenderforum 2024 findet vom 18.-19. September 2024 an der Hochschule Kempten, Deutschland, statt. Der Fokus wird unverändert auf die Praxis liegen.

Das Programm sieht für die Kleinwasserkraft besonders interessante Programmpunkte vor:

  • Lösungsansätzen bei Komponenten und Materialien in der Entwicklung, sowie beim Bau und im Betrieb von Kleinwasserkraftanlagen
  • Energiegemeinschaften im Ländervergleich,
  • Netzeinbindung und Vermarktung,

Der Programm-Block Netzeinbindung und Vermarktung widmet sich dem Thema Redispatch 2.0 aus verschiedenen Sichtweisen, sowie den technischen Herausforderungen für die flexible Vermarktung von Wasserkraftanlagen, jeweils anhand verschiedener Erfahrungen aus der Praxis dargestellt.

Zum Rahmenprogramm lädt die Allgäuer Überlandwerk GmbH alle Teilnehmer des Anwenderforums herzlich ein.

Auch in diesem Jahr bietet der Veranstalter vergünstigte Betreibertickets für Kraftwerksbetreiber bis 500 kW gesamtinstallierter Leistung an.  Ebenso gibt es 10% Rabatt für Verbandsmitglieder.

18.+19. September 2024 (neu: Mittwoch bis Donnerstag), Hochschule Kempten, Deutschland

https://www.kleinwasserkraft-anwenderforum.de/

 

Bilder zum Download finden Sie unter: https://www.kleinwasserkraft-anwenderforum.de/konferenz/rueckblicke

Medienmitteilung: Das deutliche «Ja» zum Stromgesetz erfordert eine konsequente Umsetzung – auch auf Verordnungsebene!

Liestal, 09.06.2024

Swiss Small Hydro ist höchst erfreut über das deutliche «Ja» der Schweizer Stimmbevölkerung zum Stromgesetz. Wohl ist das Gesetz von Kompromissen geprägt und auch im Bereich der Kleinwasserkraft nicht makellos – darüber hatte Swiss Small Hydro öfters berichtet. Die deutliche Bestätigung des erneuerbaren Wegs schafft jedoch die dringend benötigte Klarheit für den Weg in die Energiezukunft.

Umso wichtiger ist nun, diesen positiven Impuls auch auf Verordnungsebene konsequent umzusetzen. Die Verordnungsentwürfe zum Stromgesetz[1] sind geprägt von viel Zurückhaltung und Vorsicht und nützen den vom Gesetz vorgegebenen Handlungsspielraum nur ungenügend aus.

Im Bereich der Kleinwasserkraft fordert Swiss Small Hydro deshalb insbesondere:

  • Eine Minimalvergütung von Kleinstkraftwerken, sinngemäss auf Basis der gesetzlichen Vorgaben.
  • Eine Gleichbehandlung aller erneuerbarer Technologien bei der Definition des nationalen Interesses; und
  • Eine bessere Berücksichtigung von unabhängigen Produzenten und dezentralen Kraftwerken bei der Ausgestaltung der gleitenden Marktprämie;

Swiss Small Hydro wird zudem eine Situationsanalyse vornehmen und Betracht ziehen, den Abbruch der Unterschriftensammlung zur Volksinitiative «Jede einheimische und erneuerbare Kilowattstunde zählt!» zu beantragen.

Links:

 

[1] Die Vernehmlassung dauerte bis zum 28. Mai 2024

 

Kontakte:

 

Medienmitteilung PDF

 

 

 

Revitalisierung Fliessgewässer – Strategische Planung

Die Vollzugshilfe des BAFU «Renaturierung der Gewässer» zeigt ein zweckmässiges Vorgehen auf, wie die Anforderungen der Gewässerschutzgesetzgebung bezüglich der Planung von Revitalisierungen erfüllt werden können und stellt eine aktualisierte Fassung des Moduls von 2012 dar. Das Modul beschreibt den für die Planung notwendigen Einbezug der Datengrundlagen und das Vorgehen im Planungsprozess.

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Grosses Interesse an der GV und Fachtagung Kleinwasserkraft in Cham

Swiss Small Hydro, der Schweizer Verband der Kleinwasserkraft, schaut auf eine anregende Fachtagung in der Papieri Cham zurück. Die Veranstaltung stand unter dem Eindruck der bevorstehenden Volksabstimmung des Stromgesetzes und den dazugehörigen Verordnungsentwürfen des BFE. Der Verband empfiehlt ein „Ja“ für die Abstimmung zum Stromgesetz vom 9. Juni 2024.

Nach einer Einführung durch Nationalrat Benjamin Roduit, Präsident von Swiss Small Hydro, in Bezug auf die aktuellen und kommenden politischen Themen im Bereich der Kleinwasserkraft, legte Christian Dupraz, Leiter Sektion Wasserkraft, vom Bundesamt für Energie in einem eindrucksvollen Vortrag die Grundzüge der Vernehmlassung zur Revision der verschiedenen Verordnungen im Energiebereich dar. Das Parlament hat am 29. September 2023 im Rahmen des Bundesgesetzes über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien insbesondere das Energiegesetz und das Stromversorgungsgesetz geändert. In der Folge müssen u.a. die Energieverordnung, die Energieförderungsverordnung, die Stromversorgungsverordnung, die Winterreserveverordnung sowie die Verordnung über die Organisation zur Sicherstellung der wirtschaftlichen Landesversorgung im Bereich der Elektrizitätswirtschaft angepasst werden. Swiss Small Hydro wird im Rahmen der Vernehmlassung zu den Entwürfen des BFE Stellung nehmen.

Unabhängig von der Abstimmung zum Stromgesetz wird auch die Unterschriftensammlung der eigenen Volksinitiative „Jede einheimische und erneuerbare Kilowattstunde zählt!“ weitergeführt. Für eine erfolgreiche Einreichung Mitte August braucht es jedoch weitere engagierte Verbündete und Partner – und solche dürften nur bei einer allfälligen Annahme des Referendums zum Stromgesetz zu gewinnen sein.

Die Veranstaltung wurde durch den Kanton Zug unterstützt. Marc Amgwerd, Leiter des Tiefbauamtes des Kantons Zug und Kantonsingenieur präsentierte bei seinem Vortrag auch die Rolle der Kleinwasserkraft im Kanton.

Thomas Sägesser, Dr. iur., Rechtsanwalt ging auf die neuesten Entwicklungen im Zusammenhang mit den ehehaften Wasserrechte ein. Nach dem Bundesgerichtsurteil von 2019 wurde diesbezüglich in der Frühjahrssession im Zweitrat eine Motion angenommen und an den Bundesrat überwiesen, mit dem Auftrag, eine Gesetzesvorlage auszuarbeiten, welche bessere Übergangsbestimmungen schafft. Das Thema bleibt aktuell, und die Pause bot Gelegenheit für  einen vertieften Austausch zwischen zahlreichen Direktbetroffenen und zwei Juristen.

Aline Choulot von Mhylab erklärte in ihrem Vortrag „Small Hydro Mobility: Elektro-Ladestationen bei Kleinwasserkraftwerken“ die Möglichkeiten, die die Kleinwasserkraft für die E-Mobilität beinhaltet. Das Konzept der Papieri Cham, Gewinnerin des «Watt d’Or 2024» in der Kategorie «Erneuerbare Energien» wurde durch Herrn Fernando Binder, fmb ingenieure, beschrieben. Am Nachmittag konnte sowohl das integrierte Kleinwasserkraftwerk wie auch die Energiezentrale besichtigt werden.

 

  • Vorträge können hier heruntergeladen werden
  • Weitere Fotos finden sich auf flickr.

 

Medienmitteilung: Ständerat stimmt längeren Übergangsfristen bei der Ablösung ehehafter Wasserrechte zu

Bern, 05.03.2024

Der Ständerat hat heute der Motion 23.3498 «Ehehafte Wasserrechte schützen und einen klaren Rahmen für die Anwendung der Restwasserbestimmungen schaffen» im zweiten Punkt zugestimmt. Damit wird der Bundesrat beauftragt, eine Gesetzesvorlage auszuarbeiten, mit der geregelt wird, in welchem Zeitrahmen Wasserkraftwerke mit privaten Wasserrechten die ökologische Sanierung und die Einhaltung der Restwasservorschriften einhalten müssen.

Dabei soll materiell möglichst eine Gleichbehandlung mit auf öffentlich-rechtlichen Konzessionen beruhenden Wasserkraftwerken angestrebt werden.

Die vorberatende Kommission erkannte eine erhebliche Rechtsunsicherheit, welche mit dem Bundesgerichtsentscheid 145 II 140 («Hammer») 2019 entstanden ist. Das Urteil führt dazu, dass die ökologische Sanierung bei vielen betroffenen Wasserkraftwerken eingestellt wurde, da damit ein Verlust des Wassernutzungsrechts drohte. Auch sind mehrere neue Verfahren hängig, welche ein neues und korrigiertes Bundesgerichtsurteil erwirken wollen. Die heutige Blockade ist weder aus Sicht des Gewässerschutzes noch aus Sicht der Produktion von erneuerbarer Elektrizität gewünscht.

Swiss Small Hydro begrüsst die Annahme des zweiten Punkts der Motion sehr, da damit sowohl für Wasserkraftproduzenten wie auch für die Kantone viele Fragen zum weiteren Vorgehen geklärt werden dürften. Der Verband erwartet, dass die Verfahren zur Ablösung ehehafter Wasserrechte in der Zwischenzeit ausgesetzt werden.

Links:

Kontakte:

 

Medienmitteilung PDF

 

 

 

BAFU: Vollzugshilfe Geschiebehaushalt ist publiziert

Ein naturnaher Geschiebehaushalt sorgt für vielfältige Strukturen im Gewässer, die unsere heimischen Tiere und Pflanzen als Lebensraum benötigen. Wasserkraftwerke, Verbauungen und Kiesentnahmen können ein Geschiebedefizit verursachen, dass sich negativ auf die Gewässerlebensräume auswirkt. Diese Anlagen unterliegen einer Sanierungspflicht.

Mit der Vollzugshilfe «Geschiebehaushalt – Massnahmen» will das BAFU Kantone und Kraftwerke unterstützen, Geschiebedefizite zu erkennen und zu beseitigen. Dazu schlägt es ein rechtskonformes Vorgehen für die Detailplanung von Geschiebemassnahmen vor. Konkrete Methoden und Hinweise sollen helfen, wirksame und verhältnismässige Massnahmen zu finden.

Die deutsche Version wurde am 26. Januar 2024 veröffentlicht und kann hier heruntergeladen werden. Die französische und italienische Version ist in der Übersetzung und folgt im Februar unter dem gleichen Link.

Text: BAFU, angepasst durch SSH

BFE Monitoringbericht 2023 zur Energiestrategie 2050

Der vom Bundesamt für Energie verfasste Monitoringbericht 2023 zur Energiestrategie 2050 zeigt, dass die Zunahme der Stromproduktion aus Wasserkraft (mittlere Produktionserwartung) langsam abflacht. Damit steigt das Risiko, dass der Richtwert von 37,4 TWh Jahresproduktion nicht erreicht werden kann. Um den im Mantelerlass formulierten Zielwert von 37.9 TWh Jahresproduktion erreichen zu können, wäre ein Zubau von durchschnittlich 87 GWh pro Jahr erforderlich.

 

Der Kurzfassung des Monitoringberichts kann hier heruntergeladen werden.

 

BAFU: Befristete Reduktion der Restwassermengen – Evaluation zeigt durchzogenes Bild

Bern, 30.11.2023 – Der Bundesrat hatte im Herbst 2022 die Verordnung über die befristete Erhöhung der Stromproduktion in Kraft gesetzt. Bei bestimmten Wasserkraftwerken wurden die Betreiber verpflichtet, von Oktober 2022 bis Ende April 2023 die Restwassermengen zu reduzieren, damit mehr Wasser für die Stromproduktion zur Verfügung stand. Eine Umfrage des Bundesamts für Umwelt BAFU bei den Kantonen ergab, dass damit die Stromproduktion weniger stark erhöht werden konnte als erwartet. Die reduzierten Restwassermengen erschwerten zwar mutmasslich mancherorts die Fortpflanzung bei Fischen, aufgrund der zeitlich begrenzten Reduktion der Restwassermenge kam es aber zu keinen irreversiblen Schäden der Biodiversität.

Der Bericht zeigt, dass insgesamt 44 Wasserkraftanlagen aus 13 Kantonen die Massnahme gemäss Verordnung umgesetzt hatten. Die Stromproduktion erhöhte sich dadurch insgesamt um 26 GWh. Geschätzt worden war eine Mehrproduktion von 150 GWh. Verschiedene Gründe führten zu dieser Differenz. So konnten einige Wasserkraftwerke die Verordnung aus technischen Gründen nicht umsetzen. Bei Kraftwerken in Grenzregionen unterstützten die ausländischen Behörden die Massnahme nicht. Zudem wurde die Verordnung von Oktober 2022 bis Ende März 2023 – einen Monat weniger lang als geplant – umgesetzt. Im Weiteren stand im Winter eine kleinere Restwassermenge als angenommen zur Verfügung. Die Trockenheit hatte zudem mancherorts vermutlich negative Auswirkungen auf die Stromproduktion.

Die vollständige Medienmitteilung des BAFU findet sich hier.