Bundesrat schlägt neues Wasserzinsmaximum vor

Bern, 22.06.2017 – Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 21. Juni 2017 die Vernehmlassung zur Revision des Wasserrechtsgesetzes eröffnet. Er schlägt darin als Übergangsregelung für die Jahre 2020 bis 2022 eine Senkung des Wasserzinsmaximums von bisher 110 Franken pro Kilowatt Bruttoleistung (Fr./kWbr) auf 80 Fr./kWbr vor. Ab 2023 soll die Übergangsregelung durch ein flexibles Modell abgelöst werden, bei dem das Wasserzinsmaximum aus einem fixen und einem vom Marktpreis abhängigen, variablen Teil festgelegt wird. Die Grundzüge des flexiblen Modells werden in der Vernehmlassung zur Diskussion gestellt, dessen genaue Ausgestaltung soll jedoch erst später, zeitgleich mit den Arbeiten für ein neues Marktdesign, festgelegt werden. Die Vernehmlassung dauert vom 22. Juni 2017 bis zum 13. Oktober 2017.

Link zur vollständigen Medienmitteilung des Bunds

Abschluss der regionalen Workshops zur ökologischen Sanierung der (Klein-)Wasserkraft

Swiss Small Hydro hat in der ersten Jahreshälfte 2017 drei regionale Workshops zur ökologischen Sanierung der Wasserkraft durchgeführt. Die Veranstaltungen in St. Gallen, Luzern und Yverdon-les-Bains stiessen bei den über 130 Teilnehmern auf grosses Interesse und einer aktiven Mitwirkung. In Kleingruppen wurden Unklarheiten und Hemmnisse zwischen Kantonen, Kleinwasserkraft-Betreibern und Planern diskutiert, festgehalten und mögliche Lösungsansätze identifiziert. Gleichzeitig konnte auch der persönliche Kontakt zwischen Kraftwerksbesitzern, Behörden und Planern verbessert werden.

Die Präsentationen der Veranstaltung, die durch die Kleingruppen erarbeiteten Resultate und eine Zusammenfassung sämtlicher Workshops sind auf der Homepage von Swiss Small Hydro aufgeschaltet.

Link zur Seite „Regionale Workshops zur ökologischen Sanierung der (Klein-)Wasserkraft“

RENEXPO INTERHYDRO – Europäische Wasserkraftmesse mit Kongress

Die RENEXPO® INTERHYDRO, Europas größte Fachmesse mit Kongress für Wasserkraft, findet  am 29. und 30. November 2017 bereits zum achten Mal am im Messezentrum Salzburg statt. Eine breite Themenpalette rund um die Wasserkraft wird parallel zur Ausstellung in  Workshops, Seminaren und Tagungen behandelt. Die RENEXPO® INTERHYDRO bietet Herstellern, Betreibern, Planern, Projektentwicklern, Investoren, Kommunen, Energieversorgern, der Politik sowie der Wissenschaft und Forschung eine einzigartige Plattform für Präsentation, Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch sowie für die Knüpfung neuer Kontakte. Praxis-Wissen und Lösungen stehen im Vordergrund. Exkursionen runden den Erfahrungsaustausch ab.

Erwartet werden in Salzburg rund 120 Aussteller, 2.500 Besucher und 500 Tagungsteilnehmer.

Über 100 Branchenverbände, Universitäten, Ingenieurbüros, Wirtschafts- und Handelskammern, Wasserkraftexperten und Medien stehen hinter der Veranstaltung.

Call for Paper

Sind Sie interessiert, einen spannenden Vortrag im Kongress zu aktuellen Entwicklungen in der Wasserkraft zu halten?
Bringen Sie Ihr Fachwissen ein und senden Sie Ihren Beitrag an diana.roehm@reeco.eu!

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage.

Medienmitteilung zum Volksentscheid zur Energiestrategie 2050: Ein Ja mit bitterem Beigeschmack!

St. Gallen, 22. Mai 2017

Swiss Small Hydro, der Verband der Schweizer Kleinwasserkraft, begrüsst den Grundsatzentscheid des Volks zur Förderung der dezentralen, erneuerbaren Energien. Der Verband weist aber auch darauf hin, dass mit den Einschränkungen bei der Kleinwasserkraft mittelfristig bis zu 10% des in der Energiestrategie formulierten Zubauziels für 2035 akut gefährdet ist!

Swiss Small Hydro begrüsst insbesondere das klare Ja zur Nutzung der Wasserkraft und zum nationalen Interesse an der Nutzung erneuerbarer Energien. Es gilt nun, dieses Ja konsequent umzusetzen und die Handbremsen, welche in den Verordnungsentwürfen zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 enthalten sind, zu lösen.

Swiss Small Hydro fordert deshalb, den Flickenteppich der Verordnungsentwürfe im Sinne einer zuverlässigen und unabhängigen Energieversorgung zu verbessern. Es gilt, den im Gesetz formulierten Handlungsspielraum maximal zu nutzen, sodass der Verlust an bestehender erneuerbarer Stromproduktion begrenzt und das noch verfügbare Potenzial bei der Wasserkraft in nachhaltiger Art und Weise genutzt werden kann.

Swiss Small Hydro wird seine Position anlässlich einer separaten Medienkonferenz während der Sommersession detailliert erläutern.

20. Mai 2017 – Viel Gesprächsstoff an der Fachtagung Kleinwasserkraft

Am 20. Mai 2017 – ein Tag vor der Abstimmung zur Energiestrategie 2050 –  fand im Auditorium BancaStato in Bellinzona die 36. Generalversammlung von Swiss Small Hydro und die Fachtagung Kleinwasserkraft statt.

Details zur Veranstaltungen, die Präsentationen und Impressionen finden Sie hier.

Potenzialstudie Trinkwasserkraft im Tessin

Das Programm Kleinwasserkraftwerke von EnergieSchweiz hat das Potenzial von Trinkwasserkraftwerken im Kanton Tessin systematisch untersuchen lassen. Der Schlussbericht (in Italienisch) kann auf der Seite des Programms Kleinwasserkraft heruntergeladen werden.

Hier herunterladen

Kostendeckende Einspeisevergütung: Kontingente 2017

Im laufenden Jahr können gemäss aktuellem Stand keine weiteren Anlagen in die KEV aufgenommen werden. Es gibt 2017 also keine KEV-Kontingente.

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Swiss Small Hydro lehnt die Energiestrategie 2050 ab

St. Gallen, 17. März 2017

Swiss Small Hydro, der Verband der Schweizer Kleinwasserkraft, empfiehlt ein NEIN bei der Abstimmung zur Energiestrategie vom 21. Mai 2017. Ausschlaggebend für diesen Entscheid ist die laufende Vernehmlassung auf Verordnungsebene, wo sich eine zusätzliche Verschärfung der ohnehin schon sehr nachteiligen Rahmenbedingungen der Kleinwasserkraft abzeichnet.

Swiss Small Hydro ist im Grundsatz von der Notwendigkeit einer Energiewende überzeugt und unterstützt vollumfänglich die Ansätze der verstärkten dezentralen und erneuerbaren Energieproduktion und der Energieeffizienz. Als Pionier bei der Elektrifizierung der Schweiz hat die Kleinwasserkraft bewiesen, wie viele positive Impulse, insbesondere im ländlichen Raum, eine solche Energiewende zu setzen vermag und unterstützt die Absicht, die Abhängigkeit vom Ausland zu reduzieren.

Dass die Kleinwasserkraft aber im Rahmen der Verhandlungen zur Energiestrategie 2050 die Rolle des Bauernopfers spielen soll, ist für Swiss Small Hydro schlicht inakzeptabel. Nach intensiver Auseinandersetzung empfiehlt der Verband daher aus folgenden Gründen ein NEIN bei der Abstimmung zur Energiestrategie 2050:

  1. Mit der Energiestrategie 2050 verschlechtern sich die Einspeisebedingungen für einen Grossteil der Kleinwasserkraft auf einen Zustand wie zuletzt vor über 25 Jahren. Eine Erschliessung des vom Bund genannten Ausbaupotenzials von
    1,6 Milliarden Kilowattstunden wird damit verunmöglicht
    .
  2. Über 1‘200 Kleinwasserkraftwerke sind damit in ihrem Bestand mittelfristig akut gefährdet, wodurch ein Beitrag von gut einer Milliarde Kilowattstunden erneuerbarer, dezentraler und klimaneutraler Energieproduktion verloren gehen wird. Dies bedeutet auch, dass 10 Prozent des in der Energiestrategie für 2035 formulierten Ausbauziels verloren sind, bevor diese überhaupt erst ihre Wirkung entfalten kann.
  3. Mit der Kleinwasserkraft sind in der Schweiz 11‘000 Jobs verbunden. Ein Grossteil dieser Arbeitsplätze, insbesondere in ländlichen Regionen, wird mittelfristig verschwinden.
  4. Die Kleinwasserkraft produziert am meisten Kilowattstunden pro eingesetztem Förderfranken. Mit dem Ausschluss der Kleinwasserkraft wird die Effizienz der Förderung der Energiestrategie massiv verschlechtert, also weniger Wirkung pro Förderfranken.
  5. Kleinwasserkraftprojekte fördern nachweislich die ökologische Aufwertung an beeinträchtigten Gewässerabschnitten, und ermöglichen Synergien bei der Renaturierung der Fliessgewässer. Diese gehen bei Annahme der Energiestrategie verloren. Das heisst, dass für die Renaturierung der Fliessgewässer mehr Geld aus anderen Quellen benötigt wird – notabene wiederum über den Netzzuschlag, welcher bereits heute die ökologische Sanierung der Wasserkraft finanziert.
  6. Die Rahmenbedingungen für Privatpersonen und unabhängige Produzenten verschlechtern sich mit der Energiestrategie 2050 teils erheblich. Am Deutlichsten zeigt sich dies am Beispiel der Vergütungs- und Abnahmepflicht: Strom von Produzenten, welche vom neuen Einspeisevergütungssystem profitieren, muss nicht mehr von den Netzbetreibern abgenommen und vergütet werden. Diese Rechtsunsicherheit beinhaltet enorme Risiken für Investoren, da Netzbetreiber den einzig möglichen Absatzkanal blockieren können.
  7. Die Energiestrategie 2050 schafft ein administratives Monster, um all die Partikularinteressen, welche zur Schaffung von Akzeptanz berücksichtigt werden mussten, genügend berücksichtigen zu können. Der Vollzug der diversen Sonderregelungen schafft nicht nur Verunsicherung bei Investoren, sondern erfordert auch Fachkompetenz, welche nachher der Privatwirtschaft nicht mehr zur Verfügung steht. Swiss Small Hydro möchte die öffentlichen Gelder dort verwendet sehen, wo sie auch Wirkung entfalten können: Bei der Produktion von erneuerbarem Strom!

Die Energiestrategie 2050 ist zu wenig konsequent für die erneuerbaren Energien – sie ist insbesondere gegen die Kleinwasserkraft. Die Kleinwasserkraft ist ein integraler Bestandteil einer Energiewende, und diese wird ohne Kleinwasserkraft scheitern.

Für Swiss Small Hydro benötigt es daher eine umfassende Überarbeitung. Ein möglicher Weg aus der Sackgasse sieht Swiss Small Hydro in der Fortführung des bisherigen Wegs mit einer baldigen Anhebung des Netzzuschlags um mindestens 0.5 Rappen pro Kilowattstunde.

EnergieSchweiz – Newsletter Kleinwasserkraft Nr. 31 publiziert

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Der neueste Newsletter Kleinwasserkraft von EnergieSchweiz wurde soeben publiziert.

Er kann hier heruntergeladen werden.

Energiestrategie 2050 – Vernehmlassung zu den Änderungen auf Verordnungsstufe läuft bis 8. Mai 2017

Seit dem 1. Februar läuft die Vernehmlassung zu den Änderungen auf Verordnungsstufe, welche durch die Energiestrategie 2050 erforderlich werden. Die Vernehmlassung ermöglicht einen Einblick, wie die Umsetzung der Energiestrategie 2050 im Detail angedacht ist. Damit sind auch viele neue Details zu den zukünftigen Rahmenbedingungen der Kleinwasserkraft bekannt. Bis zum 8. Mai 2017 können Stellungnahmen eingereicht werden. Wird die Energiestrategie 2050 in der Volksabstimmung angenommen, ist mit der definitiven Version der neuen Verordnungen in der zweiten Hälfte 2017 zu rechnen. Für die Kleinwasserkraft sind insbesondere die Energieverordnung EnV und die Energieförderungsverordnung EnFV. Swiss Small Hydro wird eine Stellungnahme dazu einreichen.

Interessierte finden weitere Unterlagen unter folgenden Links:

Sämtliche weiteren Anhörungsunterlagen UVEK finden Sie hier. Allfällige Rückmeldungen zur Vernehmlassung sind bei der Geschäftsstelle willkommen!

Mit den Anpassungen ist auch eine weitere Reduktion der KEV Tarife für die Kleinwasserkraft verbunden. Swiss Small Hydro hat dazu sein Berechnungstool angepasst und stellt es interessierten Nutzern zur Verfügung (Nutzung auf eigenes Risiko): KEV Kleinwasserkraft Calc ES2050