Bundesrat: Ökologisch sanierte Wasserkraftwerke (<300kW) erhalten Zugang zur Förderung

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 24. Mai 2023 Änderungen an den Energieverordnungen beschlossen, die  für die Kleinwasserkraft nicht nur relevant, sondern auch sehr erfreulich sind.

Neu können Wasserkraftanlagen, die ökologisch saniert werden oder wurden, für Erneuerungen und Erweiterungen Investitionsbeiträge beantragen – auch wenn ihre Leistung weniger als 300 kW beträgt. Damit wird nicht nur ein wesentliches Hindernis bei der ökologischen Sanierung solcher Anlagen beseitigt, sondern auch das Risiko von Stillegungen deutlich reduziert.

Zudem wurde die Berechnungsmethodik für den Referenzmarktpreis angepasst. Dieser wird neu auf monatlicher Basis berechnet und nun (bei allen Technologien) volumengewichtet berechnet. Im Durchschnitt führt diese Methodik für die Anlagenbetreiber weder zu Verlusten noch zu Gewinnen.

Ebenso wurde die Berechnung des Bewirtschaftungsentgelts in der Direktvermarktung angepasst. Aufgrund der sehr stark schwankenden Preise war es im Vorjahr für Produzenten sehr schwierig geworden, überhaupt noch Vermarkter finden zu können, die die Stromproduktion abnehmen.

Die Anpassungen treten per 1. Juli 2023 in Kraft. Swiss Small Hydro begrüsst die Anpassungen sehr.

Links:

Der Kleinwasserkraft Newsletter Nr. 49 von der energieschweiz ist online

Der Newsletter Nr. 49 von der energieschweiz über die Kleinwasserkraft ist nun auf italienisch und auf deutsch verfügbar.

Er enthält:

– einen Artikel mit den veröffentlichten Statistiken von Pronovo,

– einen Bericht über die vergangene Fachtagung,

– einen Ausblick über den kommenden Mühlentag

– Kurznachrichten, die Agenda und vieles mehr.

 

Der Newsletter kann hier heruntergeladen werden (DE): www.bfe.admin.ch/de/publication/Newsletter Nr 49

Der Newsletter kann hier heruntergeladen werden (IT): www.bfe.admin.ch/it/publication/Newsletter Nr 49

Die Fachtagung in Flums war erfolgreich

Die diesjährige Fachtagung Kleinwasserkraft fand am 5. Mai in Flums im Kanton St. Gallen statt. Der Tag begann mit der Generalversammlung von Swiss Small Hydro unter der Leitung von Benjamin Roduit, Nationalrat und Präsident von Swiss Small Hydro. Anschliessend fand der traditionelle „Tag der Kleinwasserkraft“ statt. Am Vormittag wurden Einblicke in aktuelle Themen der Kleinwasserkraft gegeben. Michael Eugster (Umwelt- und Energiedirektor des Kantons St. Gallen) erläuterte den wasser- und energiepolitischen Kontext für den Kanton St. Gallen und Dr. David Felix (VAW, ETH Zürich) berichtete über seine Forschungsergebnisse zum Umgang mit Feinsedimenten. Am Nachmittag wurden insgesamt vier Kraftwerke in Berschis und Mels mit einer Leistung von 400 kW bis 3,5 GW besichtigt. Der Tag endete mit einem Apéro im Kraftwerk Schils, welches ebenfalls besichtigt werden konnte.

Die Vorträge und Besichtigungen wurden von den über 100 Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen. Neben diesen konnten die Besucher*innen vom Angebot von 10 Ausstellern profitieren. Dies ermöglichte nicht zuletzt einen regen Austausch von Erfahrungen und Fachwissen.

Die Präsentationen und Bilder von der Fachtagung finden Sie hier: www.swissmallhydro.ch/verband/fachtagungen

 

Motion für den Erhalt althergebrachten Wasserrechte

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates hat die Beratung über die Revision des Raumplanungsgesetzes abgeschlossen. Dabei wurde die Motion „Ehehafte Wasserrechte schützen und einen klaren Rahmen für die Anwendung der Restwasserbestimmungen schaffen“ eingereicht. Somit sollen die, althergebrachten Wasserrechte erhalten bleiben können, wenn für die betreffenden Wasserkraftwerke nicht weniger strenge Gewässerschutz- und Restwasservorschriften gelten. Aus Sicht der Kommission ist es im Willen des Verfassungsgeber die ehehaften Wasserrechte beizubehalten, auch wenn diese mit der in der Verfassung vorgesehenen staatlichen Gewässerhoheit kollidiert. Somit wird der Bundesrat beauftragt eine Gesetzesvorlage zur Sicherung der ehehaften Wasserrechte auszuarbeiten.

Die Medienmitteilung finden Sie hier: www.parlamnet.ch/press-release/raumplanungsgesetze

Die Motion finden Sie hier: www.parlament.ch/ratsbetrieb/motion/ehehafte Wasserrechte 

Der Nationalrat hat zum «Mantelerlass» entschieden

Der Nationalrat hat während der Frühlingssession über den „Mantelerlass“ (Bundesgesetzt über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien) beraten. Die Entscheidungen decken sich meistgehend mit den Vorlagen der Volksintiative „Jede einheimische und erneubare Kilowattstunde zählt!“, es verbleiben aber wichtige Differenzen. Im Bezug auf die Versorgungssicherheit in den Wintermonaten hat der Natonalrat entschieden, das Nettoimportmaximum um das vierfache zu erhöhen, im Vergleich zu dem Mittel in den letzten 10 Jahren. Somit setzt die grosse Kammer kein Zeichen die Winterstromlücke mit einheimischer produzierte Energie zu schliessen. Energie, welche mit einem Ausbau der Wasserkraft nachhaltig geliefert werden könnte. Den gesammten Artikel finden Sie hier: www.jede-kwh-zaehlt.ch/mantelerlass-quo-vadis

Vermarktung von Herkunftsnachweisen 2022 nur noch bis Ende Mai möglich

An alle Betreiber*innen von Kraftwerken: Herkunftsnachweise für das Jahr 2022 sind noch immer nachgefragt und können noch bis Ende Mai verkauft werden. Gerne helfen wir Ihnen bei deren Vermarktung.

Die Trockenheit im Jahr 2022 hat dazu geführt, dass die Stromproduktion aus Wasserkraft deutlich tiefer ausgefallen ist als zunächst angenommen. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Herkunftsnachweisen gestiegen was zu einer Fehlmenge von 13-18 % geführt hat. Somit sind auch die (Verkaufs-) Preise für Herkunftsnachweise gestiegen.

Falls Sie noch Herkunftsweise aus dem Jahr 2022 haben können Sie diese noch bis Ende Mai zu attraktiven Preisen verkaufen.

Melden Sie sich bei: samuel.voegtli@swissmallhydro.ch und erhalten Sie Unterstützung.

 

Kleinwasserkraft – Petite Hydro N°107

Die N°107 unserer Zeitschrift „Petite Hydro – Kleinwasserkraft“ ist veröffentlicht.

Themen:

  • Das neue Kleinwasserkraftwerk Talmühle
  • Betrieb und Unterhalt: Langjährige Bilanz von Nebennutzungsanlagen.
  • Der „Mantelerlass“ im Nationalrat
  • und viele weitere…

Einen detaillierten Überblick erhalten Sie hier.

Sind Sie interessiert an einem Jahresabonnement? Das freut uns sehr! Das Abo können Sie hier bestellen. 

 

26. Anwenderforum Kleinwasserkraft Frühbucher- und Mitgliedervergünstigungen

Das Internationale Anwenderforum Kleinwasserkraft ist ein praxisnahes Forum für Betreiber, Planer und Hersteller von Kleinwasserkraftanlagen. Dort haben Sie die Möglichkeit, ihr Netzwerk zu erweitern, an Diskussionsrunden teilzunehmen und für spezifische Themen beraten zu werden. Dieses Jahr beschäftigt sich das Forum vor allem mir der praktischen Umsetzung von Kleinwasserkraft-Projekten. Dieses Jahr findet das Forum in Rosenheim in Deutschland statt.

Ab jetzt ist der Ticketshop, mit attraktiven Konditionen eröffnet:

  • Bis zum 18. Juni sind besondere Tickets mit Frühbucher-Tarif erhältlich.
  • Betreiber*innen von Wasserkraftwerken bis 500 KW erhalten Tickets zu vergünstigen Preisen.
  • Mitglieder von Swiss Small Hydro erhalten eine zusätzliche Vergünstigung von 10 % auf Tickets. Den Rabattcode erhalten Sie bei: samuel.voegtli@swissmallhydro.ch 

Weitere Informationen über die Veranstaltung und den Ticketshop finden Sie hier: www.kleinwasserkraft-anwenderforum.de

 

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, dass Sie Referent*in an dem Anwenderforum werden:

falls Sie Interesse haben ihre Erfahrungen, ihre Forschungsergebnisse oder ihre innovativen Lösungen zu präsentieren sind Sie eingeladen Ihr Thema einzureichen: Die Themenkategorien sind unter anderen:

  1. Gesetze, Regelungen und Förderung
  2. Praktische Erfahrungen aus dem Betrieb
  3. Stromvermarktung
  4. Anlagenbau
  5. Anlagenoptimierung & Umbau
  6. Anlagenzertifizierung
  7. Umweltaspekte

Weitere Vorschläge werden allerdings gerne entgegengenommen. Die Anmeldung um Referent*in zu werden läuft bis zum 30. April 2023. Weitere Informationen finden Sie hier: www.kleinwasserkraft-anwenderforum.de/aktiv-beteiligen

Unterschriftensammlung läuft!

Es ist so weit: Die Volksinitiative «Jede einheimische und erneuerbare Kilowattstunde zählt» ist lanciert. Die Details zur Volksinitiative finden Sie auf der Webseite www.jede-kwh-zaehlt.ch .

Ab sofort startet somit auch die Unterschriftensammlung, und wir bitten Sie alle um tatkräftige Mitwirkung und Unterstützung: Helfen Sie uns beim Sammeln von Unterschriften, reden Sie mit Verwandten, Freunden und Bekannten. Auch in Vereinen oder bei der Arbeit gibt es Gelegenheiten, Unterschriften zu sammeln. Wir benötigen Hunderttausend Unterschriften – und zählen dabei hauptsächlich auf die Unterstützung von Ihnen und unserer Verbündeten.

 

Unter folgendem Link können die Unterschriftbögen heruntergeladen werden: www.jede-kwh-zaehlt.ch/de/jetzt-unterschreiben. Davon gibt es drei Formate:

  • Unterschriftenbogen 3x: Vorfrankiert
  • Unterschriftenbogen 5x
  • Unterschriftenbogen 10x

Sollten Sie einen grösseren Versand planen, wo Unterschriftenbögen mitgesendet werden können, freuen wir uns sehr um Mitteilung an die Geschäftsstelle. Gerne liefern wir die Unterschriftenbögen in gedruckter Form, falls sie in einer Vielzahl benötigt werden.

Zuletzt sind wir für jede finanzielle Unterstützung dankbar. Jeder Beitrag hilft und fliesst direkt in die Auslagen der Initiative. Hier finden Sie weitere Details, um zu dem Erfolg der Initiative beizutragen: www.jede-kwh-zaehlt.ch/de/spenden

 

 

 

Lancierung der Volksinitiative «Jede einheimische und erneuerbare Kilowattstunde zählt!» am 14. Februar 2023

Medienmitteilung des Initiativkomitees „Jede einheimische und erneuerbare Kilowattstunde zählt!“

St. Gallen / Bern, 10. Februar 2023

Die aktuelle Energiekrise zeigt schonungslos die Schwächen unserer heutigen Energieversorgung auf. Insbesondere im Winterhalbjahr kann nicht beliebig Strom importiert werden. Der Klimawandel verändert die Produktion des bestehenden Kraftwerkparks. Gleichzeitig benötigt die Dekarbonisierung von Gebäuden, Industrie und der Mobilität generell deutlich mehr Strom. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich und dringend: Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz helfen, den Stromverbrauch zu reduzieren – und die in der Schweiz verfügbaren erneuerbaren Energiepotenziale müssen rascher und umfassender genutzt werden können.

Die Schweiz hat das Wissen und die Technologie, diese Herausforderung erfolgreich meistern zu können. Dennoch harzen der weitere Zubau, und wesentliche Gründe dafür sind auch Partikular-Interessen und eine ausgeprägte «Ja, aber»-Mentalität: Ob Energiesparen oder Reduktion der Energieverluste, ob «Nicht-in-Schutzgebieten» oder Atomkraftwerke, es gibt viel zu viele Ausreden, mit welchen der Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion verhindert wird. Ergänzend dazu herrscht ein unbeschreiblicher Kosten- und Vergleichswirrwarr, welcher Entscheidungen und Priorisierungen zusätzlich erschweren. Weitgehend ignoriert wird, wie sehr sich Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Natur- und Landschaftsschutz gegenseitig beeinflussen.

Dabei ist es eigentlich einfach: Wir benötigen alle in der Schweiz verfügbaren Potenziale erneuerbarer Energien, welche umweltfreundlich und wirtschaftlich erschlossen werden können. Und ergänzend dazu umfassende Energieeffizienz-Massnahmen, welche Energieverluste reduzieren und unsere ganze Aufmerksamkeit benötigen. Das Initiativkomitee ist davon überzeugt, dass dieser einfache Ansatz in der Verfassung als nationales Interesse verankert werden muss. Denn in der Interessenabwägung werden auch heute noch nationale Interessen, welche per Gesetz definiert sind, nicht gleich hoch gewichtet wie solche, welche in der Verfassung verankert werden.

Ergänzend will die Volksinitiative Handlungsdruck auf allen politischen Ebenen erzeugen: Die Volksinitiative droht mit einem übergeordneten nationalen Interesse für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, sollte die Schweiz bis zu einem allfälligen Inkrafttreten (um 2030) auf Kurs mit den Klimaschutzzielen und der verbesserten Versorgungssicherheit sein. Damit nimmt die Volksinitiative ab dem ersten Tag alle Interessengruppen in die Pflicht und erzeugt ab sofort Wirkung.

Und jede Unterschrift trägt dazu bei, diesen Druck zu erhöhen.

Links:

Kontakte:

  • Benjamin Roduit, Präsident Initiativkomitee, Tel: +41 (0)79 607 79 56, E-Mail
  • Martin Bölli, Mitglied Initiativkomitee und Geschäftsleitung Swiss Small Hydro, Tel: +41 (0) 71 228 54 50, E-Mail

[dg ids=“11168,11190,11192,11205,11170,11189″]