Swiss Small Hydro lehnt die Energiestrategie 2050 ab

St. Gallen, 17. März 2017

Swiss Small Hydro, der Verband der Schweizer Kleinwasserkraft, empfiehlt ein NEIN bei der Abstimmung zur Energiestrategie vom 21. Mai 2017. Ausschlaggebend für diesen Entscheid ist die laufende Vernehmlassung auf Verordnungsebene, wo sich eine zusätzliche Verschärfung der ohnehin schon sehr nachteiligen Rahmenbedingungen der Kleinwasserkraft abzeichnet.

Swiss Small Hydro ist im Grundsatz von der Notwendigkeit einer Energiewende überzeugt und unterstützt vollumfänglich die Ansätze der verstärkten dezentralen und erneuerbaren Energieproduktion und der Energieeffizienz. Als Pionier bei der Elektrifizierung der Schweiz hat die Kleinwasserkraft bewiesen, wie viele positive Impulse, insbesondere im ländlichen Raum, eine solche Energiewende zu setzen vermag und unterstützt die Absicht, die Abhängigkeit vom Ausland zu reduzieren.

Dass die Kleinwasserkraft aber im Rahmen der Verhandlungen zur Energiestrategie 2050 die Rolle des Bauernopfers spielen soll, ist für Swiss Small Hydro schlicht inakzeptabel. Nach intensiver Auseinandersetzung empfiehlt der Verband daher aus folgenden Gründen ein NEIN bei der Abstimmung zur Energiestrategie 2050:

  1. Mit der Energiestrategie 2050 verschlechtern sich die Einspeisebedingungen für einen Grossteil der Kleinwasserkraft auf einen Zustand wie zuletzt vor über 25 Jahren. Eine Erschliessung des vom Bund genannten Ausbaupotenzials von
    1,6 Milliarden Kilowattstunden wird damit verunmöglicht
    .
  2. Über 1‘200 Kleinwasserkraftwerke sind damit in ihrem Bestand mittelfristig akut gefährdet, wodurch ein Beitrag von gut einer Milliarde Kilowattstunden erneuerbarer, dezentraler und klimaneutraler Energieproduktion verloren gehen wird. Dies bedeutet auch, dass 10 Prozent des in der Energiestrategie für 2035 formulierten Ausbauziels verloren sind, bevor diese überhaupt erst ihre Wirkung entfalten kann.
  3. Mit der Kleinwasserkraft sind in der Schweiz 11‘000 Jobs verbunden. Ein Grossteil dieser Arbeitsplätze, insbesondere in ländlichen Regionen, wird mittelfristig verschwinden.
  4. Die Kleinwasserkraft produziert am meisten Kilowattstunden pro eingesetztem Förderfranken. Mit dem Ausschluss der Kleinwasserkraft wird die Effizienz der Förderung der Energiestrategie massiv verschlechtert, also weniger Wirkung pro Förderfranken.
  5. Kleinwasserkraftprojekte fördern nachweislich die ökologische Aufwertung an beeinträchtigten Gewässerabschnitten, und ermöglichen Synergien bei der Renaturierung der Fliessgewässer. Diese gehen bei Annahme der Energiestrategie verloren. Das heisst, dass für die Renaturierung der Fliessgewässer mehr Geld aus anderen Quellen benötigt wird – notabene wiederum über den Netzzuschlag, welcher bereits heute die ökologische Sanierung der Wasserkraft finanziert.
  6. Die Rahmenbedingungen für Privatpersonen und unabhängige Produzenten verschlechtern sich mit der Energiestrategie 2050 teils erheblich. Am Deutlichsten zeigt sich dies am Beispiel der Vergütungs- und Abnahmepflicht: Strom von Produzenten, welche vom neuen Einspeisevergütungssystem profitieren, muss nicht mehr von den Netzbetreibern abgenommen und vergütet werden. Diese Rechtsunsicherheit beinhaltet enorme Risiken für Investoren, da Netzbetreiber den einzig möglichen Absatzkanal blockieren können.
  7. Die Energiestrategie 2050 schafft ein administratives Monster, um all die Partikularinteressen, welche zur Schaffung von Akzeptanz berücksichtigt werden mussten, genügend berücksichtigen zu können. Der Vollzug der diversen Sonderregelungen schafft nicht nur Verunsicherung bei Investoren, sondern erfordert auch Fachkompetenz, welche nachher der Privatwirtschaft nicht mehr zur Verfügung steht. Swiss Small Hydro möchte die öffentlichen Gelder dort verwendet sehen, wo sie auch Wirkung entfalten können: Bei der Produktion von erneuerbarem Strom!

Die Energiestrategie 2050 ist zu wenig konsequent für die erneuerbaren Energien – sie ist insbesondere gegen die Kleinwasserkraft. Die Kleinwasserkraft ist ein integraler Bestandteil einer Energiewende, und diese wird ohne Kleinwasserkraft scheitern.

Für Swiss Small Hydro benötigt es daher eine umfassende Überarbeitung. Ein möglicher Weg aus der Sackgasse sieht Swiss Small Hydro in der Fortführung des bisherigen Wegs mit einer baldigen Anhebung des Netzzuschlags um mindestens 0.5 Rappen pro Kilowattstunde.

Kraftwerk Göschenen AG – Mit Restwasser Strom für 110 Haushalte produzieren

Die Kraftwerk Göschenen AG (KWG) plant direkt bei der Wasserfassung im Urnerloch den Bau eines Dotierkraftwerks. Die Baubewilligung wurde in diesen Tagen erteilt. Mit einem sehr geringen Eingriff in die Natur kann so dereinst ökologischer Strom für 110 Haushalte produziert werden.

Weiterlesen…

Luzerner Zeitung – Kraftwerk Bristen wird im Mai offiziell eröffnet

BRISTEN ⋅ Die Kraftwerk Bristen AG konnte an der GV von Montag auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. An der Versammlung wurde Ruedi Cathry, Leiter Installation bei EWA, als Nachfolger von Jörg Wild in den Verwaltungsrat gewählt.

Weiterlesen…

St. Galler Tagblatt – Kleinwasserkraftwerk an der Sitter kann gebaut werden

GRAFENAU ⋅ Auf St.Galler Stadtgebiet kann an der Sitter nach einem langen Bewilligungsverfahren ein Kleinwasserkraftwerk gebaut werden, das Strom für rund 430 Haushalte liefern wird.

Weiterlesen…

EnergieSchweiz – Newsletter Kleinwasserkraft Nr. 31 publiziert

teaser_821449726
Der neueste Newsletter Kleinwasserkraft von EnergieSchweiz wurde soeben publiziert.

Er kann hier heruntergeladen werden.