EnergieSchweiz Newsletter Kleinwasserkraft Nr. 28 publiziert

teaser_821449726Der neueste Newsletter Kleinwasserkraft von EnergieSchweiz wurde soeben publiziert.

Er kann hier heruntergeladen werden.

Ständerat erhöht die Förderuntergrenze bei der Kleinwasserkraft auf 1‘000 kW

St. Gallen, 31. Mai 2016

Der Ständerat hat heute in der Abstimmung zur Energiestrategie 2050 entschieden, dass Kleinwasserkraftwerke in Zukunft nur noch ab einer Bruttoleistung von 1’000 kW gefördert werden sollen. Damit wird der Bau von Kleinwasserkraftwerken mit einer jährlichen Elektrizitätsproduktion von 170 Millionen Kilowattstunden verhindert. Dies ist mehr als der Elektrizitätsverbrauch sämtlicher Haushalte der Stadt Luzern!

Der Ständerat entscheidet sich damit gegen die Empfehlungen seiner Kommission und gegen den Bundesrat, schwenkt aber auf die Linie des Nationalrats ein. Der Entscheid des Ständerates ist für die Branche ein schwerer Schlag, insbesondere da die gegen die Kleinwasserkraft eingebrachten Argumente nicht nachvollziehbar sind:

  • Das Argument der grossen Eingriffe in Fliessgewässer für eine kleine Energieproduktion vernachlässigt, dass solche Anlagen insbesondere an bereits beeinträchtigten Standorten gebaut werden und in der Regel zu einer Verbesserung der ökologischen Gesamtsituation führen. Oder wie dies auch durch den Bündner Ständerat Martin Schmid treffend formuliert wurde, dass Kleinwasserkraft sämtliche heute gültigen Umweltanforderungen erfüllen müssen, um überhaupt gebaut werden zu können.
  • Einerseits wurde auf den geringen Beitrag dieser Kraftwerke zur Energiewende hingewiesen, im Vergleich zur Grosswasserkraft. Es wird dabei aber vernachlässigt, dass diese Kraftwerke bereits heute mehr Strom als alle anderen erneuerbaren Energien produzieren, und dass das Ausbaupotenzial bei der Kleinwasserkraft gleich gross ist wie bei der Grosswasserkraft.
  • Weiter wurden die hohen Kosten dieser Kraftwerke bemängelt, dabei aber vernachlässigt, dass diese Kraftwerke über ihre Lebensdauer betrachtet mit Abstand den günstigsten Strom aller KEV Technologien produzieren. Gemäss KEV-Statistik produzieren die KLeinwasserkraftwerke die günstigste Kilowattstunde überhaupt.

Swiss Small Hydro, der Schweizer Verband der Kleinwasserkraft, nimmt den Entscheid des Ständerats enttäuscht zur Kenntnis.

Hintergrundinformationen

Weitere Informationen zur Kleinwasserkraft in der Schweiz findet sich unter:

OTTI Anwenderforum Kleinwasserkraft 2016 – Programm bekannt

Das Programm des 19. internationalen OTTI Anwenderforum Kleinwasserkraft steht und kann hier heruntergeladen werden. Swiss Small Hydro Mitglieder profitieren von einer vergünstigten Teilnahmegebühr. Bei Anmeldung bis zum 22.07.2016 kann von einer zusätzlichen Vergünstigung profitiert werden.

Weitere Details zur Veranstaltung finden sich in unserer Veranstaltungsübersicht.

 

Aargauer Zeitung – Regierungsrat weist Beschwerde gegen das Kleinwasserkraftwerk ab

Schöftland – Der Regierungsrat gibt grünes Licht für den Bau des Kleinwasserkraftwerks in der Suhre. Doch noch ist der Entscheid nicht definitiv. Zwei Verbände prüfen nun den Regierungsratsbschluss.

Ganzer Artikel hier.

Jungfrau Zeitung – Frohe Botschaft für mittlere Wasserkraftwerke

Die Bau-, Energie-, Verkehrs- und Raumplanungskommission (BaK) befürwortet eine Änderung des Wassernutzungsgesetzes, mit der die grossen Wasserkraftwerke finanziell entlastet werden sollen. Sie verlangt jedoch, dass auch die kleineren und mittleren Wasserkraftwerke von einer Wasserzinsreduktion profitieren können.

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D’Region Emmental – Die «Historischen Mühlen» öffneten ihre Türen

KIRCHBERG: Am 7. Mai öffneten über 100 alte Mühlen für Besucher ihre Türen. Werner Aeby in Kirchberg führt seine Mühle in der 12. Generation. Er nutzt noch die Wasserkraft, betreibt damit seine Mehlmühle und produziert 16 verschiedene Mehlsorten von bester Qualität.

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Luzerner Zeitung – Durchbruch im Streit um Nutzung des Alpbachs

ERSTFELD ⋅ Die Behörden haben eine Lösung für den Alpbach im Erstfeldertal gefunden: Der Gewässer im Erstfeldertal soll künftig sowohl für die Produktion von erneuerbarer Energien als auch für die Gewinnung von Trinkwasser genutzt werden.

Ganzer Artikel hier.

Neue KEV-Tarife für 2017 in Anhörung

Das Bundesamt für Energie hat am 9. Mai die Anhörung einer neuen Version der Energieverordnung gestartet. Dabei sind neue Einspeisetarife für die Kleinwasserkraft vorgesehen, welche ab 2017 gültig sein sollen. Die Tarife fallen im Schnitt ca. 10% tiefer aus als zuvor. Weiter soll auch das Wartelistenmanagement geändert werden: Projekte, welche zuerst die zweite Projektfortschrittsmeldung (Baubewilligung) eingereicht haben, erhalten Priorität. Zuvor war das KEV-Anmeldedatum ausschlaggebend, sobald die Baureife mitgeteilt wurde. Die Inbetriebnahme hat spätestens 2 Jahre nach Erhalt des positiven KEV-Bescheids zu erfolgen.

Die neuen Tarife wären für sämtliche Anlagen gültig, welche ab 2017 in Betrieb genommen werden und welche einen positiven KEV-Bescheid nach dem 01.01.2014 erhalten haben.

Konkret: Hat eine Anlage einen positiven KEV-Bescheid nach dem 01.01.2014 erhalten, und kann die Anlage frühestens 2017 in Betrieb genommen werden, so wäre nicht mehr der im positiven KEV-Bescheid kommunizierte Tarif ausschlaggebend, sondern derjenige, wie er neu in der Energie-Verordnung definiert wird.

Die Auswirkungen der Änderung können mittels der von Swiss Small Hydro erarbeiteteten Berechnungsvorlage überprüft werden.

Die Anhörungsunterlagen finden sich hier. Swiss Small Hydro wird eine Stellungnahme dazu einreichen.

Kennen Sie ein Projekt, welches direkt von der Anpassung betroffen ist? Dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.